FAQ

Wie sich Honorare zusammensetzen

Honorare setzen sich in kreativen Dienstleistungsbereichen wie z.B. Illustration, Grafikdesign u.a. aus mehreren Posten zusammen. Zur Transparenz und Aufklärung für Kunden und Dienstleister, hier eine Zusammenfassung.

‘In der Werbebranche wird zwischen Kaufverträgen für Umsetzungsarbeiten und Werkverträgen für Kreativleistungen, wie Grafiken, Texte, Illustrationen oder Konzeptideen, die eine geistige Schöpfung nach sich ziehen, unterschieden.’ (Quelle: werbemonitor 25.5.2020)

 

Werkhonorar + Nutzungshonorar + USt = Kundenhonorar

 

In der Honorarschätzung vorab
sowie bei der Honorarnote auf den Umstand hinweisen, dass eine Eigentumsübertragung nur mit gesondertem Kaufvertrag gegen gesonderte Rechnung/Zahlung erfolgen kann.
Hat der Auftraggeber/die Auftraggeberin kein »Recht auf Bearbeitung durch Dritte« erworben (siehe AAB Ziffer 3.3), sind auch digitale Daten nach Verwendung dem/der UrheberIn zu retournieren und alle zum Zweck der Vervielfältigung angefertigten Kopien zu löschen. In der Praxis daher keine »offenen Daten« (Entwicklungsdaten) zur Verfügung zu stellen, sondern nur Produktionsdaten (siehe AAB Ziffer 5.1). (vgl. Design: Kalkulation und Honorar von Design Austria)

Abstandshonorar/Ausfallhonorar:
zur Abgeltung des Arbeitsaufwandes für präsentierte Kreativkonzepte, wenn der Auftrag dann doch nicht erteilt wird. Der Aufwand der bereits bis zur ersten Präsentation/dem ersten Entwurf für den Kreativdienstleister anfiel, wird hier vergütet. Alle Rechte bleiben beim Dienstleister, da keine Entwürfe oder Nutzungsrechte erworben werden!

Erstellungshonorar/Werkhonorar:
deckt die Arbeitszeiten ab, welche Kreative für die Erbringung der Aufgaben benötigen, für die ein Nutzungshonorar in Rechnung gestellt werden kann.

 

Werknutzung bzw. das Nutzungshonorar:

werden durch die Berechnung der Nutzungsrechte ermittelt. Die Verrechnung von Nutzungsrechten ist nicht verpflichtend, und unterliegt gewissen unterschieden, mit mehr oder weniger  aber üblich und empfohlen. Kreative Werk sind das geistige Eigentum der Urheber, das Urheberrecht ist unveräusserlich. Es können also nur Nutzungsrechte vergeben werden.

Manche Kreative rechnen die Nutzungsrechte in einen Pauschalpreis ein. Das hat den Nachteil, dass es intransparent ist, und zur Kalkulations- und Argumentationsproblemen führt, wollte der Nutzungsumfang durch den Kunden im nachhinein verändert werden (zB weil Kunde das Werk umfassendern nutzen möchte). Daher macht es Sinn und ist auch branchenüblich Nutzungshonorare gesondert aufzulisten, und dem Kunden möglichst transparent zu machen.

 

Nutzungsart:

  • einfach 0,1
    Der Auftraggeber kann den Entwurf nutzen (aber nicht weiterverkaufen und auch keine Nutzungsrechte weitergeben), der Entwerfer kann auch weiteren Personen Nutzungsrechte einräumen.
  • ausschließlich/exklusiv – 1
    Der Auftraggeber ist allein nutzungsberechtigt.
    Hier kann man zusätzlich auch vereinbaren, dass eine Weitergabe der Rechte an Dritte nicht ohne die schriftliche Zustimmung des Urhebers (also der KreativdienstleisterIn) erfolgen darf.

Geografisches Nutzungsgebiet – Faktor

  • lokal – 0,5
  • regional – 0,75
  • national – 1
  • europaweit – 1,5
  • international – 2

Nutzungsdauer – Faktor

  • einmal Nutzung – 0,75
  • Nutzung für 1 Jahr – 1
  • Zeitlich unbegrenzt – 1,5

Art der Nutzung – Faktor

    • Zweckgebunden – 1
    • ohne Zweckbindung – 1,5
    • inklusive Daten-Bearbeitungsrecht – 3-10

Auftragsart

  • einmalig – 1,5
  • innerhalb eines Projekts – 1
  • Folgeauftrag (z.B. bei Stammkunden) – 0,75

Neben diesen genannten Faktoren gibt es noch weitere relevante Multiplikatoren, die in die Berechnung miteinfließen können. Z. B.: themenspezifische Faktoren oder bedeutungsspezifische Faktoren. Auch kann der Multiplikationsfaktor je nach Land etwas variieren. Diese obigen sind die mir bekannten österreichischen Standards.

 

Hinweis: Nutzungsrechte immer vorab klären und schriftlich festlegen (im Angebot und der Auftragsbestätigung/Honorarschätzung) und nicht erst im nachhinein bei der Rechnungsstellung. Sollte es im Nachhinein zu einer Erweiterung oder Verlängerung der Nutzungsumfangs kommen, ist es gut genau zu wissen und belegen zu können wie mensch auf die erneuten Lizenzkosten kommt. Bei Pauschalrechnungen ist das mühselig bis unmöglich herauszudröseln und zu belegen.

„Das Urheberrecht ist ein Schutzrecht. Es schützt die persönlichen, geistigen und wirtschaftlichen Interessen des Urhebers… Nach dem Urheberrechtsgesetz (§ 10 UrhG) ist Urheber jede Person, die ein Werk geschaffen hat. Der Urheber erwirbt mit der Schaffung sämtliche Urheberrechte daran. Das Urheberrecht ist unübertragbar.“
(Quelle: wko.at)

 

Kalkulationshilfen:

www.projektkalkulator.at

nutzungsrechte.online

www.vtv-online.de

io-nutzungshonorar-kalkulator

design-austria Kalkulation

Honorarrichtlinien von 2002

 

Hilfreiche Links

WKO Werbungwien Videolearnings

www.io-home.org

austrianillustration.com

designaustria.at

weloveillustration.com

www.agd.de

www.mediengestalter.info

stundensatz-pauschale

 


Quellen, online, Stand 25.5.2020:

www.werbemonitor.at/de/werbemonitor/markt-und-branche/stundensaetze-und-honorare/

www.werbemonitor.at/de/werbemonitor/wirtschaft-und-recht/was-werber-oft-vergessen/

www.laser-line.de/news/das-richtige-honorar-fuer-grafiker

www.agd.de/auftraggeber/agd/vtv-design

www.xup.eu/grafikdesign/xup-grafikdesign-nutzungsrechte.html

www.billomat.com/magazin/zeichnen-um-davon-zu-leben-selbststaendig-als-illustrator/

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